Wer ein Profil bekommen kann
Google verlangt für ein Unternehmensprofil keinen Laden. Voraussetzung ist ein Betrieb, der persönlichen Kontakt mit seinen Kunden hat, entweder am eigenen Standort oder beim Kunden vor Ort. Ein Fliesenleger, der zu seinen Kunden ins Bad fährt, erfüllt das ebenso wie ein Schlüsseldienst oder eine Gebäudereinigung. Reine Online-Anbieter ohne Kundenkontakt vor Ort sind dagegen nicht vorgesehen.
Welche Adresse Google braucht
Auch wenn Kunden nicht zu Ihnen kommen, verlangt Google eine echte Adresse, an der der Betrieb geführt wird. Das kann Ihr Wohnhaus sein, wenn Sie von dort aus arbeiten, oder eine angemietete Halle. Diese Adresse wird für die Überprüfung genutzt und lässt sich danach für die Öffentlichkeit ausblenden. Nicht geeignet sind nach den Richtlinien von Google:
- Postfächer und Postfachadressen
- Virtuelle Büros, in denen nur Post angenommen wird
- Coworking-Plätze, an denen der Betrieb nicht dauerhaft mit Personal vertreten ist
- Die Adresse des Steuerberaters oder eines Verwandten, bei dem Sie nicht arbeiten
Die eigene Privatadresse schützen
Führen Sie den Betrieb aus dem Wohnhaus, möchten Sie die Anschrift meist nicht öffentlich zeigen. Blenden Sie sie im Profil aus und geben Sie stattdessen die Orte an, in denen Sie arbeiten. Kunden sehen dann nur den ungefähren Bereich, nicht Ihre Haustür.
Zwei Hinweise dazu. Erstens: Im Impressum Ihrer Website müssen Sie nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz weiterhin die Anschrift angeben, unter der Sie niedergelassen sind. Verlangt wird eine ladungsfähige Anschrift, ein Postfach genügt nicht. Das ist eine Frage des deutschen Rechts und unabhängig davon, was Sie im Google-Profil anzeigen. Möchten Sie Ihre Wohnadresse dort nicht nennen, lassen Sie sich zu möglichen Alternativen rechtlich beraten. Zweitens: Auch Fotos können die Adresse verraten, etwa durch Hausnummern, Straßenschilder oder das eigene Haus im Hintergrund des Firmenwagens. Schauen Sie vor dem Hochladen genau hin.
Telefonnummer und Erreichbarkeit
Ohne Laden ist das Telefon Ihr Empfangstresen. Tragen Sie eine Nummer ein, die zum Betrieb gehört und auch dann erreichbar ist, wenn Sie auf dem Dach stehen, etwa mit Weiterleitung aufs Büro oder mit einer Mailbox, die tatsächlich abgehört wird. Eine private Handynummer, die Sie nach Feierabend ausschalten, ist auf Dauer keine gute Lösung.
Die Öffnungszeiten bedeuten für Betriebe ohne Kundenverkehr Erreichbarkeit: Wann nimmt jemand ab, wann wird auf Nachrichten reagiert? Tragen Sie genau diese Zeiten ein. Sie helfen Kunden bei der Entscheidung, ob sich ein Anruf gerade lohnt.
Die Verifizierung ohne Schaufenster
Ohne Ladengeschäft verlangt Google derzeit häufig eine Videoaufnahme. Zeigen Sie dann, was Ihren Betrieb ausmacht: das beschriftete Fahrzeug, Werkzeug und Material, das Büro mit Firmenunterlagen. Eine ausführliche Anleitung finden Sie in unserem Artikel zur Verifizierung per Video.
Wichtig ist, dass Name und Anschrift auf den gezeigten Unterlagen zu den Angaben im Profil passen. Ein Briefbogen mit der alten Adresse oder ein Fahrzeug mit dem früheren Firmennamen führt eher zu Rückfragen als zu einer Bestätigung.
Nahbar wirken ohne Laden
Wer keinen Laden hat, muss Vertrauen auf anderem Weg aufbauen, denn niemand kann einfach vorbeischauen. Umso wichtiger sind Fotos von Ihnen und Ihrem Team, vom Fahrzeug und von fertigen Arbeiten in der Region. Eine Beschreibung, die sagt, seit wann es den Betrieb gibt und wofür er steht, macht aus einem Eintrag ohne Adresse einen Betrieb mit Gesicht. Bewertungen echter Kunden aus Ihren Einsatzorten ersetzen ein Stück weit den Blick ins Schaufenster. Auch Beiträge zu abgeschlossenen Arbeiten zeigen, dass hinter dem Eintrag ein aktiver Betrieb steht.
Weitere Praxistipps
Häufige Fragen
Darf ich meine Wohnadresse für das Google-Profil angeben?
Ja, wenn Sie den Betrieb tatsächlich von dort aus führen. Blenden Sie die Adresse aus, wenn keine Kunden zu Ihnen kommen sollen. Google nutzt sie dann nur für die Überprüfung.
Werde ich ohne sichtbare Adresse schlechter gefunden?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Nach allem, was bekannt ist, bezieht Google die Entfernung zum Standort des Betriebs auch bei ausgeblendeter Adresse ein. Entscheidend ist, dass die Angaben der Wirklichkeit entsprechen.
Kann ich statt der Wohnung die Adresse meiner Garage nutzen?
Wenn Sie dort tatsächlich arbeiten, Material lagern und die Fahrzeuge abstellen, kann das der richtige Standort sein. Maßgeblich ist, dass der Betrieb an dieser Adresse stattfindet und Sie das bei der Verifizierung zeigen können.